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Protestbrief zum Thema Contracts for Difference for Nuclear New Build

6.6.2026

Mit Blick auf die am 1. Juni 2026 bevorstehende Konferenz zum Thema „Designing of CfDs for Nuclear New Build“ organisiert von Confrontations Europe beim European Economic and Social Committee, wandte sich der Waldviertler EnergieStammtisch mit einem Protestschreiben an die österreichischen Mitglieder des European Economic and Social Committee (EESC). 

Brieftext

Sehr geehrte Damen und Herren!

Mit Blick auf die am 1. Juni 2026 bevorstehende Konferenz zum Thema „Designing of CfDs for Nuclear New Build“ organisiert von Confrontations Europe beim European Economic and Social Committee, möchten wir Sie auf mehrere zentrale Problempunkte im Zusammenhang mit der Anwendung von Contracts for Difference (CfDs) für Atomkraftwerke aufmerksam machen.

Als Mitglied des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses tragen Sie eine besondere Verantwortung, an einer fundierten und ausgewogenen Bewertung derart weitreichender politischer Instrumente mitzuwirken.

CfDs für Atomstrom schaffen eine Reihe von kurz- wie langfristigen Risiken und Problemen und konterkarieren so eine zukunftsfähige Energiepolitik und damit auch die Chancen ländlicher Regionen sich zu entfalten.

·      Erhebliche finanzielle Risiken für Steuerzahler:innen
CfDs verlagern wirtschaftliche Risiken von den Projektbetreibern auf die öffentliche Hand. Insbesondere wegen der Kostenüberschreitungen und Verzögerungen, welche AKW-Projekte kennzeichnen, sind sie daher in diesem Zusammenhang besonders riskant.

·      Verzerrung der Strommärkte
Garantierte Abnahmepreise für Atomstrom gefährden einen fairen Wettbewerb und können kostengünstigere sowie flexiblere erneuerbare Energien verdrängen.

·      Langfristige Lock-in-Effekte
Derartige Modelle schaffen langfristige, wenig flexible Verpflichtungen, die schwer mit einem dynamischen, auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem vereinbar sind.

·      Unklare und potenziell sehr hohe Gesamtkosten
CfD-Modelle setzen öffentliche Budgets kaum kalkulierbaren Belastungen für lange Zeiträume aus.

·      Falsche Verwendung knapper öffentlicher Mittel
Mittel, die in Atomstrom-CfDs fließen, fehlen für Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Speicher und Netzinfrastruktur. Das ist besonders in Zeiten knapper öffentlicher Mittel vollkommen unvertretbar.

·      Unvereinbarkeit mit den zeitlichen Erfordernissen der Klimapolitik
Aufgrund langer Planungs- und Bauzeiten können neue Atomkraftwerke keinen relevanten Beitrag zu den dringend notwendigen Energiewende leisten.

Vor diesem Hintergrund finden wir es bedenklich, dass das EESC einer solchen Konferenz eine Bühne bietet.

Wir ersuchen Sie weiters, die Nachteile bzw. Konsequenzen der CfD‑Modelle für die Atomenergie klar anzusprechen und im Sinne der Bürger, diesen entgegenzutreten und Ihre politische Macht dafür einzusetzen, dass Ressourcen für wirklich zukunftsfähige Technologien und deren Umsetzung aufgewendet werden.

Wir ersuchen Sie um eine kurze Stellungnahme und stehen für einen weiterführenden Austausch gerne zur Verfügung.

Link zum pdf

Der Artikel wurde verfasst von Renate Brandner-Weiß.

 



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